Frieden


Alle Menschen wünschen sich Frieden. In der Welt, in Beziehungen und für sich selbst.

Die Ereignisse des 11. September 2001 und die nachfolgenden Kriegen, der Terrorismus überall in der Welt, all die Kriege heute, machen mehr als deutlich, wie weit wir noch vom Frieden entfernt sind.

 

 Ich habe diese Zeilen 2004 begonnen zu schreiben und sie haben bis heute nichts von ihrer Aktualität eingebüßt mit weiteren Kriegen, Elend und Gewalt, was immer massivere Formen anzunehmen scheint. Hinzugekommen ist jetzt das Elend durch die Flüchtlingsströme, die uns vor die Wahl stellen uns zwischen Angst oder Herz entscheiden zu müssen.

 In unserem Bemühen für eine friedlichere Welt, sind wir daher aufgefordert, all unsere Kraft und Ausdauer einzusetzen. Obwohl wir kaum Einfluss auf die Entscheidungen der Machthaber und der Regierungen haben, sind wir dennoch nicht hilflos und ohnmächtig ausgeliefert. Wir können bewusst sein und in unserer Umgebung Bewusstheit wecken. Wir können Wachsamkeit, Mitgefühl und Liebe entwickeln und sie energetisch zu den Gebieten der Erde schicken, wo Liebe und Licht vermehrt gebraucht werden.

Denn für den Frieden einzutreten bedeutet nicht gegen etwas zu sein, gegen Krieg zu kämpfen, denn Gewalt und Widerstand, ruft immer wieder erneut Widerstand und Gegengewalt hervor.

Für den Frieden einzutreten bedeutet auch nicht spektakulär im Außen aktiv sein zu müssen. Frieden beginnt immer im eigenen Inneren und im eigenen alltäglichen Leben, es ist eine Haltung die auf dem Wunsch besteht Frieden und Spiritualität im Alltag zu leben und sie auszustrahlen.

In unserem Bemühen für eine friedlichere Welt, finde ich es daher unumgänglich und sehr wichtig bei uns selbst zu beginnen. Ich bin immer wieder sehr betroffen, wenn ich als Resonanz auf Gewalt, Terrorismus, Kriege, sehr destruktive, Gewalt fordernde Reaktionen höre. Häufig habe ich dabei den Eindruck, dass dann keinerlei Selbstreflexion, Fragen nach den Ursachen und Bewusstheit vorhanden sind.

Mir ist klar, dass oft nur schwer nachvollziehbar ist, warum in manchen Menschen eine derartige Verrohung, Menschenverachtung und Hass entwickelt wurde. Dennoch finde ich es wichtig nach den Ursachen zu fragen. Alles was wir nicht zumindest im Ansatz selbst erlebt haben, ist oft schwer nachvollziehbar, erzeugt Beurteilungen und Standpunkte, die häufig den entsprechenden Realitäten nicht gerecht werden.

 Wie reagieren wir auf kleine und größere Kränkungen in unserem täglichen Leben?

Uns diese Frage zu beantworten, ist der erste Schritt zum Verständnis, zu sehen warum der Hass in den Menschen so groß geworden ist, die sich jahrelangen Grausamkeiten und Leid von Menschen ausgesetzt sahen.

Ich habe persönlich bei meiner Arbeit Einiges an Gewalt erlebt, bin meinem " Schatten " begegnet in Todesangst. Ich habe viel Leid und grausame Bilder gesehen während meines Arbeitslebens und weiß wie schwer, wenn nicht unmöglich es ist, diese Erfahrungen und Bilder wieder loszulassen. Jeder Mensch hat eine Grenze des Erträglichen. Bei jedem Menschen gibt es einen Punkt von Qual, Ohnmacht und Zorn, an dem es gilt, eine Entscheidung zu treffen. Die Entscheidung schlage ich zurück, oder entscheide ich mich für Frieden. Wir sind mit einem freien Willen ausgestattet und tragen damit die Verantwortung für unsere Entscheidungen. Es ist unsere Entscheidung ob wir verbittern, verrohen, oder ob wir bereit sind zu verzeihen.

Ich will die Gewalt nicht entschuldigen oder rechtfertigen.

Doch steht es uns meiner Meinung nach nicht zu, uns anzumaßen beurteilen zu können, was gut und böse ist, da viele von uns an diesem eher friedlichen, privilegiertem Ort weit weg sind vom Nachempfinden dessen, was viele Menschen haben ertragen müssen an Grausamkeiten. Zumindest ist Wachsamkeit gefordert gegenüber Meinungsbildern. Immer wenn der Ruf ertönt – auch wenn wir kaum beteiligt sind, zu unserem Schutz auf Gewalt mit Gegengewalt reagieren zu müssen, ist der erste Schritt getan, die erste Entscheidung gefallen, die eben in extremen Lebensbedingungen, als erster Schritt zur Verrohung zu sehen ist.

Fragen wir uns selbst wie wir reagieren würden, wenn geliebte Menschen von uns jahrelang bedroht würden, vor unseren Augen vergewaltigt, gefoltert, getötet würden. Wo wäre die Grenze bis wir hassen würde, entscheiden würden zu kämpfen. Und wenn wir verzweifelt auf unser Elend aufmerksam machen wollten, wann würden wir Gleiches mit Gleichem vergelten, um es sichtbar zu machen?

Die ehrliche Beantwortung dieser Fragen ist der Schlüssel zum Verständnis warum Gewalt immer wieder Gegengewalt hervorbringt. Und nur in dem Verständnis darüber, sind wir meiner Meinung nach in der Lage, bei Ungerechtigkeiten mit Verständnis und Liebe zu reagieren und nicht zu verurteilen.

Aus meiner Persönlichkeit heraus fällt es manchmal schwer diese übergeordnete Distanz einzuhalten und die Liebe zu fühlen. Die Persönlichkeit neigt zur Verurteilung. Aus der übergeordneten Sicht des Höheren Selbst gibt es keinen Grund zur Verurteilung.

Frieden auf großer Ebene ist das Eine, das Andere können wir jeden Tag im Kleinen beginnen. Bei meiner Suche nach dem was Ego und das Selbst ist und sagt, hat mir mal Jemand gesagt: „Das Ego will immer kämpfen.“ Seither benutze ich zur Identifikation welche Seite gerade in mir spricht – diesen Satz! Will ich mich rechtfertigen, meine ich – mich behaupten zu müssen, will ich recht haben, meine ich kämpfen zu müssen? Wenn ja – dann bin ich nicht in Frieden in mir!

Damit meine ich nicht, mich überhaupt nicht mehr auf der Ebene der Persönlichkeit zu bewegen – aber es ist vielleicht wichtig auf dem Weg zum inneren Frieden zu hinterfragen, ob so manche Ego - Kämpfe notwendig sind. Denn wenn wir in uns hinsehen, dann wird es schwerer zu verurteilen – denn dann sehen wir klarer, warum es Kriege gibt. Und diese werden erst dann ein Ende finden, wenn es genügend Bewusstheit gibt – und damit kann jeder von uns im Kleinen beginnen!


Es gibt keine Fehler oder Niederlagen auf deiner Reise durchs Leben, sondern nur Stationen mit unterschiedlichen Erfahrungen.



Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, 
denn sie werden Taten.
Achte auf deine Taten,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, 
denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, 
denn er wird dein Schicksal.
~ aus Sanskrit ~  


 * Empfehlungen




Zufallsspruch:
Probleme, die man zuhause im eigenen Land zur Genüge bereits hat, muß man sich nicht auch noch unbedingt global politisch antun..

(C) Christa Schyboll


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Kommentare
Heidi R.:
Ist das ein süßes, kleines Törchen!So richtig
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Klärchen:
Hallo Liz, das sieht nach einem ganz modernen
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Christa Jäger:
Liebe Liz,ich hoffe, du konntest dich am heut
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Patricia:
Wunderschönes Hühnerhäuschen! Deine Bilder si
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Jutta Kupke:
Ein ganz hübsches Hühnerhaus, Lieselotte sagt
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