Ausgewählter Beitrag

Tore durchschreiten - Übergänge


Der Tod ist das Tor zum Licht am Ende eines mühsam gewordenen Weges.
(Franz von Assisi)

Umgang mit dieser Zeit des Sterbens - so unterschiedlich - so wechselnd.
Ein plötzlicher Tod löst Schock aus - und alle Gefühle kommen hinterher.
Ein langsames, schmerzhaftes Sterben erfordert so viele Entscheidungen, die manchmal fast unmöglich zu treffen sind! 
Besonders da wo die heutige Gerätemedizin so Vieles möglich macht - einerseits gut - andererseits findet so oft das Bild des ganzheitlichen Menschen in all seinen Facetten - als Körper - Seele - Geist - Einheit  keine Beachtung! 

Eine Kerze für meine Mutter - die seit gestern für sie brennt! 
Meine Mutter hat sich gestern entschieden, keine Dialyse mehr zu wollen und sie wurde jetzt an die Morphium-Infusion angeschlossen! 
Diese Entscheidung hatte sie schon einmal getroffen - wurde dann aber reanimiert und meinte seitdem, kämpfen zu müssen unter unerträglichen Schmerzen! Es war schwer ihr zu helfen aus dem Kampf wieder heraus treten zu können -  um überlegen zu  können was sie will!
Sie wird gut versorgt von der Station auf der sie liegt - ein dickes Lob ans Personal denn das ist nicht selbstverständlich und wir dürfen auch nachts bei ihr bleiben. Nur wieder neu überlegenswert wird eine Aussage des behandelnden Arztes möglicherweise wieder werden, der gestern nicht da war als meine Mutter entschied nicht mehr zu wollen - denn heute schien die Dialyse für morgen trotz Morphininfusion evtl. wieder ein Thema zu sein. Wobei meine Mutter die Tage unerträgliche Schmerzen aushalten musste, weil wegen der lebenserhaltenden Dialyse eine Morphininfusion Sterbehilfe wäre!??
Momentan kann man sowieso nur in kleinen Schritten denken und entscheiden.


Jeder Mensch hat seine Art damit umzugehen und alles ist richtig und passend - das ist mir wichtig es hier einmal zu sagen!

Wenn ich so darüber nachdenke durch welche Palette an Gefühlen, Gedanken und Handlungen ich heute so gelaufen bin, ist das der Wahnsinn.
Distanziert -  funktionieren könnend, dann wieder überwältigt von Trauer bzw. Schmerz für einen Augenblick - eine Achterbahn.

Ich lebe schon lange so, das ich versuche offen zu sein und alles anzunehmen - nicht verbergen müssen was doch alle Menschen in irgendeiner Form auch durchlaufen und bewältigen müssen.
Es mag vielleicht einigen Menschen befremdlich vorkommen, das ich das so Persönliche so ausdrücke.
Aber wenn ich es so ausdrücke, dann kann man mir auch weiter begegnen, ohne das das nicht Wissen wie man mir begegnen kann oder soll - das Miteinander stört.
Ich erwarte nichts - Flosskeln in solchen Situationen kommen mir so gut wie nicht über die Lippen - das hat schon manchen Menschen befremdet. Aber entweder teile ich mein Mitgefühl irgendwie mit oder mit einem Händedruck, einer Umarmung oder einem Blick zeige ich es. Diese gesellschaftlichen Konventionen fallen mir manchmal sehr schwer.
Ich erlebe immer noch so viele Menschen, die in zusätzliche und unnötige Einsamkeit geraten - weil die Umgebung befangen ist.
Gerade in der Arbeit mit behinderten Menschen,  wo die Gesellschaft doch immer noch oft so befangen ist , tabuisiert oder urteilt.
In dieser Arbeit habe ich viel darüber gelernt Brücken zu bauen, die Befangenheit abzubauen durch Offenheit und Natürlichkeit.
Denn oft ist es keine Ablehnung sondern das Unvermögen zu wissen wie man sich verhalten soll - wenn ich es dann normal vormache legt sich das.

Je mehr wir zu unseren Gefühlen stehen können, umso schneller können wir sie auch wieder loslassen und in andere Gefühlszustände kommen - innerhalb weniger Minuten.

Manchmal verdrängt man - oder man versucht es zu betäuben. Manchmal überrollt die Welle der unterschiedlichsten Gefühle das ganze Sein.
Manchmal denkt man das Herz zerbricht - dann wieder ist, wenn man an ein Weiterleben nach dem Tod glaubt,  Frieden da.
Zwischendurch lacht man - versucht sich abzulenken.
Am krassesten finde ich die Gedanken an völlig oberflächliche Dinge, an die ich sonst im Traum keine Gedanken verschwenden würde -
sie erscheinen dann besonders skurill und eigentlich überflüssig.
Aber ich glaube - auch das ist eine Möglichkeit diese Zeit des Wartens und Unerträglichkeit irgendwie zu überstehen und zu kompensieren.
Mich überrollt eine Gedankenflut zu den unterschiedlichsten Zeiten. Aufarbeitung all dieser Gedanken und Gefühle die mich überfluten -
meine Gefühle, meine Gedanken - die Gefühle und Gedanken des Anderen - unzählige Erinnerungen an frühere Zeiten.

Achtsamkeit ist wichtig im Umgang mit dem Sterbenden - hinhören - hineinhören in das was man wahrnimmt.
Auch da ist alles erlaubt - Schweigen, Stille, Zorn, Trauer!
So wichtig dem anderen da zu begegnen wo er ist, denn das ist wichtig - was nimmt ihm die Angst, was tröstet ihn, was erleichtert den Übergang!
Wenn ich meine Schwestern sehe - jede geht anders damit um - nach ihrer Art und das ist richtig so!
Jegliche Beurteilung - jegliche Norm wäre fehl am Platz - denn so unterschiedlich und individuell war auch die Beziehung!
Wir können uns nur in Liebe an der Seite stehen - mit dem Schmerz und der Trauer umgehen, muss jeder auf seine individuelle  Art!

Sorry - meine Lieben - ich habe momentan oft solche Wortergüsse, weil alles in mir aufgewühlt ist! 

Liz 30.07.2018, 20.47

Kommentare hinzufügen


Kommentare zu diesem Beitrag

1. von Morgentau

Lass es raus, liebe Liz. Ich kann dich so gut verstehen! Und es betrifft ja wirklich fast jeden. Es ist so gut, dass du darüber sprichst ... so wichtig und nachdenklich stimmend ... aufwühlend ... so wahr und richtig ... so gut!!!!!

Eine ganz liebe Umarmung für dich,
Andrea :freund:

vom 31.07.2018, 06.04
Antwort von Liz:

Ganz herzliche Dank liebe Andrea!
Es gibt keine Fehler oder Niederlagen auf deiner Reise durchs Leben, sondern nur Stationen mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, 
denn sie werden Taten.
Achte auf deine Taten,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, 
denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, 
denn er wird dein Schicksal.
~ aus Sanskrit ~  





Bewusstseintexte für jeden Tag bei Fragen, zur Freude und Besinnung! 
Hier kannst Du kostenlos eine Affirmations Tageskarte ziehen :-)
Zufallsspruch:
Heilige sind Menschen, die ihre Selbstverwirklichung darin gesucht haben, ihre Fähigkeiten in den Dienst anderer zu stellen.

powered by BlueLionWebdesign

Captcha Abfrage



Ute
Hallo Liz,
bin über Engelberts Seelenfarben auf deine Seite gekommen und finde sie einfach nur toll-
LG


2.1.2016-8:29

Einträge ges.: 509
ø pro Tag: 0,4
Kommentare: 1361
ø pro Eintrag: 2,7



Ein liebes Willkommen für dich :-)
Ich freue mich das du hierhin gefunden hast. Hinzukommende Texte, Bilder und Fundstücke sind leichter und schneller in ein Blog einzubinden, als in eine eher statische Homepage. Hier möchte ich dich teilhaben lassen an meinem alltäglichen Leben, ebenso wie an fotografischen, spirituellen oder literarischen Inhalten.

© Mein Instagram


2018
<<< August >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
  0102030405
06070809101112
13141516171819
20212223242526
2728293031  
Gudrun:
Ja, deine Gedanken kann ich gut nachvollziehe
...mehr
Ellen:
Ich wünsche dir ganz viele liebevolle Erinner
...mehr
Morgentau:
Ich hatte den Eintrag jetzt erst gelesen, lie
...mehr
Morgentau:
Ach, liebe Liz,jetzt habe ich Gänsehaut. Dein
...mehr
Biggi:
Hallo liebe Liz,mein aufrichtiges Beileid und
...mehr
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3