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#MeToo und liebe Neujahrswünsche

Jetzt ist der Beginn eines neuen Jahres und in mir lief gestern als Erinnerung  nochmals ab und gestern war mir nochmals sehr bewusst, wie mich das Thema sexuelle Übergriffe in der Vergangenheit beeinträchtigt hat - wie oft ich mich zurückgezogen habe, um mich zu schützen. Letzte Nacht hatte ich eine heiße Diskussion darüber mit Freunden. Deswegen hier nochmals mein Statement dazu zu Beginn des neuen Jahres mutig und liebevoll in das Jahr zu gehen.

Aufbruch ins Leben
Berühre alles was es in der Welt gibt mit Licht und es wird bewusst
Berühre alles was es in der Welt gibt mit Liebe und es wird schön

Ich wünsche Euch ein wunderbares, licht - und liebevolles Jahr 2018!


Das Thema sexuelle Übergriffe und Sexismus. #MeToo

Das war leider immer schon so - und wenn man sich Hilfe holen wollte, wurde es von den Frauen toleriert, denn sie hätten sich ja mit ihren Männern auseinandersetzen müssen und sich wehren, wenn sie es mitbekamen, also war die Frau schuld, die es ansprach. Es wird bis heute bagatellisiert von Frauen und Männern - vielleicht weil sich so Viele, dann ihr eigenes Verhalten ansehen müssten. Ich habe mich im Netz an dem "MeToo" bisher nicht beteiligt - vielleicht weil ich es immer nicht ab kann, wenn etwas "künstlich" hochgeschaukelt wird und mir in keiner Weise daran liegt, Männer schlecht machen zu wollen. Ich mag Männer - beide Geschlechter haben ihren Anteil daran, das es so lange zugedeckt wurde und immer noch Thema ist. Selbst ein guter Freund von mir muss immer sofort abwiegeln wenn ich meine Meinung dazu sage, wenn mal wieder was Aktuelles in der Welt geschehen ist. Ich habe mich früher mit Angst gewehrt, wenn es zu schlimm war - ich war zu sensibel um es einfach hinnehmen und ertragen zu können und hatte auch die nötige Kraft,  mit den Jahren immer selbstverständlicher und jetzt ist es aufgrund meines Alters nicht mehr so aktuell ;-) 

Aber es ist seit meiner Jugendzeit  doch überall in der Gesellschaft Thema ohne jemals Thema geworden zu sein über viele Jahre. Es ist notwendig das es ausgesprochen wird, weil nur das Bewusstsein schafft - aber ohne Schuldvorwürfe, das bringt nichts und verunsichert nur. Natürlich nicht bei sexuellen Straftaten. Ich weiss noch wie tief erschüttert ein gestandener Pfleger in der Akutpsychiatrie mir erzählte, das er es kaum ertragen konnte das die vergewaltigte Frau in der Leichenhalle lag während der Täter auf der Station gebauchpinselt wurde.

Im Alltäglichen erlebte ich Sexismus überall - Fahrlehrer, Pastor im Zug der mich begrapschte - und als ich mich entziehen wollte mir mitteilte, er wäre evangelischer Pastor - wohl um mir zu signalisieren ich bräuchte keine Angst haben?!, - im Schwimmbad - ich warnte die Person 2 x - dann habe ich ihn öffentlich geohrfeigt und angebrüllt und erhielt das erste Mal Beifall von jungen Leuten, - in einer Kur musste ich über einen Tisch klettern um aus einer Ecke zu kommen - da der Person einfach mein " Nein" nicht verständlich war, - und oft wenn ich es erzählte Unverständnis und Ablehnung in meinem Umfeld, Vermieter der mich einfach grob an den Po fasst und in eine Ecke drängte - ich habe es Bekannten und Freunden erzählt, mich vollkommen distanziert, hätte eine Anzeige gemacht wenn es sich wiederholt hätte, denn bis dahin hatte ich schon genug Erfahrungen gemacht das Öffentlichkeit es beendet - war nicht mehr nötig, weil er sich indirekt entschuldigte.

Als die Themen der Sexualität  und Missbrauch in der Gesellschaft erstmals aufbrach so ca. vor 35 Jahren, hatten wir in der Psychiatrie wenig Klienten die nicht betroffen waren - Frauen, aber auch Männer. Ich arbeitete zu der Zeit in einer psychiatrischen Tagesklinik.  Es war immer notwendiges Thema in der Therapie und Ursache vieler Symptome und erforderte damals eine persönliche Aufarbeitung und Reflexion, um den Bedürfnissen der Betroffenen gerecht werden zu können.

Die jungen Frauen tun mir leid, vielleicht können wir als Gesellschaft endlich vermitteln das sie " Nein" sagen dürfen und gehört werden. Das es o.k. ist und sie sich nicht schämen müssen weil sie nichts falsch gemacht haben.

Es hat für mich lange gebraucht mich aus der Scham und Angst zu befreien und ich hoffe das die Diskussionen darüber das leichter machen, denn zu meiner Zeit gab es diese Öffentlichkeit noch nicht. Bei dem Thema muss ich sagen, hat es mich aber jetzt immer noch innere Auseinandersetzung gekostet meine eigene Betroffenheit damit öffentlich zu machen! 


Liz 01.01.2018, 17.04

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Kommentare zu diesem Beitrag

3. von Morgentau

Es ist erschreckend, was jetzt mehr und mehr ans Tageslicht kommt ... weltweit. Da kann einem richtig schlecht werden. Und immer, wenn ich lese, dass wieder ein Pädophilenring aufgeflogen ist, kommt mir das große Kotzen.
Auch ich wurde mehrfach belästigt ... in der Schule von Mitschülern, Hausmeister ... später als Lehrling von Mitarbeitern. Und ich bin nicht freizügig herumgelaufen, im Gegenteil. Zum Glück konnte ich mich immer wehren und Schlimmeres verhindern. Ich mag es mir nicht ausmalen, welchen Schaden ich sonst genommen hätte. Auch ich hab über diese Vorkommnisse mit niemanden gesprochen, schon gar nicht mit den Eltern. Wie gut, dass sich das endlich ändert.

Das Foto ist wunderschön, liebe Liz. Alles Liebe für dich!

Ein lieber Gruß zu dir,
Andrea

vom 01.01.2018, 20.52
Antwort von Liz:

Guten Morgen liebe Andrea, auch Dir lieben Dank für Deinen Kommentar. Ja sehr gut das das Schweigen aufhört, ein ganz lieber Gruß auch zu Dir!
2. von Birgit

Liebe Liz,

ein ganz, ganz wichtiger und intensiver Eintrag von dir, der mir unter die Haut geht. Ich finde es sehr mutig und gut, dass du all das hier so offen aufgeschrieben hast ... und dich immer gewehrt hast. Allein der Gedanke, dass - und wie oft - diese Dinge passieren, macht mich unglaublich wütend - und dann auch noch den Frauen die Schuld zu geben, es ist unfaßbar. Dabei ist es furchtbar schwer, den Mut zu dem Nein aufzubringen, es auszusprechen und zu erzählen, und etwas dagegen zu unternehmen, gegen die Peiniger, die sich so unschlagbar vorkommen.

Interessanterweise habe ich gerade vorhin erst im Zusammenhang mit dem Produzenten (ich lasse den Namen mal weg, du weißt bestimmt, wen ich meine) über das Thema und den MeToo-Hashtag gelesen. Und nun dieser Eintrag von dir..

Ich habe es schon ganz früh in der Schule erlebt, zu einer Zeit, wo das noch sehr tabu war .. Es prägt einen für immer.

Ganz liebe Wünsche und Gedanken schickt dir
Birgit

vom 01.01.2018, 18.30
Antwort von Liz:

Liebe Birgit, danke für Deine lieben Worte und das Du den Mut aufgebracht hast dazu Stellung zu beziehen! Ganz liebe Grüße zurück, Liz
1. von Linda

Ja, sowas erlebt wohl fast jede Frau mehr oder weniger schlimm in ihrem Leben. Es ist traurig, aber wahr. Man sollte immer den Mut aufbringen, darüber zu reden.
Viele liebe Grüße Linda :cat:

vom 01.01.2018, 17.11
Antwort von Liz:

Danke liebe Linda für Deine Antwort - das denke ich leider auch - aber irgendwie habe ich auch die Hoffnung das Bewusstheit es bessern kann. Alle Liebe!
Es gibt keine Fehler oder Niederlagen auf deiner Reise durchs Leben, sondern nur Stationen mit unterschiedlichen Erfahrungen.

Achte auf deine Gedanken,
denn sie werden Worte.
Achte auf deine Worte, 
denn sie werden Taten.
Achte auf deine Taten,
denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf deine Gewohnheiten, 
denn sie werden dein Charakter.
Achte auf deinen Charakter, 
denn er wird dein Schicksal.
~ aus Sanskrit ~  





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Ute
Hallo Liz,
bin über Engelberts Seelenfarben auf deine Seite gekommen und finde sie einfach nur toll-
LG


2.1.2016-8:29

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Ein liebes Willkommen für dich :-)
Ich freue mich das du hierhin gefunden hast. Hinzukommende Texte, Bilder und Fundstücke sind leichter und schneller in ein Blog einzubinden, als in eine eher statische Homepage. Hier möchte ich dich teilhaben lassen an meinem alltäglichen Leben, ebenso wie an fotografischen, spirituellen oder literarischen Inhalten.

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Liebe Lizdas kommt mir alles so bekannt vor,
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Liebe Liz, und Wasser ist so kostbar, irgendw
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